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Salzdeckel
Wohl als nützliche Erfindung der Industrie gedacht, deren Konstrukteure selbstverständlich ein zum Namen passendes Teil entwickelten und produzieren ließen. Im Allgemeinen überdeckt der Deckel die Öffnung des Salzbehälters am Boden einer Spülmaschine, ansonsten sind seine Aufgaben innerhalb des praktischen Haushaltsgerätes eher beschränkt. Eventuell ist darin der Grund zu sehen, wenn so ein Salzdeckel, hin und wieder gelangweilt, jedoch unkontrolliert auf Entdeckungsreise geht und dummerweise während des Spülvorgangs, seine nähere Umgebung untersucht, dabei leider am Ende seiner Exkursion, auf den Heizschlangen landet, dort schmilzt und damit sein vorzeitiges Ende heraufbeschwört. Was macht der stolze Besitzer einer Siemens-Spühlmaschine? Er ruft Google zu Hilfe und sucht nach Namen, unter denen so ein Salzdeckel problemlos nachzubestellen ist. Wir waren ja noch bei dem Wort beschränkt, das ab sofort, dem wahren Inhalt seiner eigentlichen Aussage, mehr als gerecht wird. Kein Problem, auch der Glaube daran, wird im Folgenden zum Inbegriff von voll Daneben, im wahrsten Sinne des Wortes, denn einen Ersatz-Salzdeckel für jene Siemens-Spühlmaschine in die Finger zu bekommen, ist nicht so einfach, wie uns die Werbung im Bezug auf Service Glauben macht. Unter dem weltbekannten Markenzeichen Siemens, finden sich im Internet nämlich fast alle Autohäuser, deren Anwesen an Siemens-Straßen liegen und keiner der Fahrzeughändler, verfügt über einen Salzdeckel, der zu unserer Maschine passt. Aber jetzt, „Service GmbH und Guten Tag, was kann ich für Sie tun?“. Ebenfalls Guten Tag, wo bin ich, aha, in München, gut, ich benötige ein Ersatzteil für unsere Spülmaschine und erhalte eine Verbindung zum Service in meiner Nähe. Danke und schon lande ich beim IT-Service Stuttgart-Vaihingen, der nach eigenen, glaubhaften Angaben, keine Salzdeckel verkauft, weil IT-Anlagen so etwas nicht benötigen. Dennoch zeigt sich meine Gesprächspartnerin hilfsbereit, indem sie eine weitere Telefonverbindung zum nächstliegenden Service in meiner Nähe ansagt. Die Dame vom Service in meiner Nähe, reicht mich in ihr Ersatzteillager. Dort angekommen möchte jemand die E-Nummer der Spülmaschine wissen. Habe ich nicht, gebe jedoch die Typennummer, sie steht, oben auf dem Türrahmen, dort wo auch die E-Nummer zu finden sein soll. Entweder hat der Hersteller jene ominöse E-Nummer, ausgerechnet auf unserer Maschine vergessen, oder da will mich ein Siemens-Mitarbeiter für dumm verkaufen, denn ohne Umschweife erklärt der Mann, er benötige die E-Nummer, sonst gehe da gar nichts. Auf der Suche nach Vertragshändlern, springt ein Anschluss in München, geradezu ins Auge. Da war ich schon einmal, beim ersten Versuch jedoch unter anderen Vorgaben. Ist in Ordnung, immerhin kennt man sich vom Telefon her. Warteschleife und ständig den gleichen Mist. Endlich Kontakt und Guten Tag, was kann ich für Sie tun. Guten Tag, ich benötige ein Ersatzteil für meine Spülmaschine und sofort erhalte ich die Telefonnummer vom Service in meiner Nähe. Nein danke, unter der Nummer war ich bereits erfolglos, der Service in meiner Nähe, kann mir nicht annähernd weiterhelfen. Dann versuchen Sie es unter folgender Nummer, sie wird angesagt und vielen Dank. Etwas Neues, Siemens-Hausgeräte, Kochen, Backen, Ersatzteile und Zubehör, hört sich gut an und ein Anruf könnte mich dem Salzdeckel näher bringen, als der Service in meiner Nähe. Der nächste, frei werdende Servicemitarbeiter....usw. Dann der übliche Konserventext, „Guten Tag, was kann ich für Sie tun? Verstehe, verbinde Sie mit der technischen Abteilung.“ Auf meinen Text erfolgt ein nettes „Hallo, sagen Sie mir die E-Nummer, sie steht oben im Türrahmen, ohne diesen Code ist nichts zu finden.“ „Da steht keine E-Nummer, lediglich ein Typenkennzeichen.“ „Tut mir leid, damit können wir nichts anfangen, bleiben Sie am Telefon, ich leite Sie an unseren Kundendienst weiter, vielen Dank.“ |
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